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Hilft die Euro-Krise Merkel?

Die Zuspitzung der Lage in Zypern hat die Euro-Krise wieder ganz oben auf die politische Agenda gesetzt. Den Zyprern stehen schwere Zeiten bevor. Auch andere Staaten drohen in den Sog der Krise zu geraten. Das europäische Einigungswerk ist einer neuen Belastungsprobe ausgesetzt.

Gemessen an diesen Problemen scheint die Frage nach den Auswirkungen der Krise auf die deutsche Innenpolitik trivial. Doch stimmen die Wählerinnen und Wähler am 22.09. auch über den zukünftigen Kurs der Euro-Rettungspolitik ab. Deshalb erlaubt sich Countdown zur Bundestagswahl einen Blick auf die Beziehung zwischen Euro-Krise und Umfragedaten anhand von Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen. Beginnen wir mit den Beliebtheitswerten von Angela Merkel:

Euro Merkel

Die Beliebtheit der Kanzlerin (rote Linie, rechte Skala) beginnt Ende 2011 abrupt zu steigen, während die Krisenstimmung (= Eurokrise wichtigstes Thema, blaue Linie) ihren Höhepunkt überschreitet. Das könnte auf einen Krisen-Bonus hindeuten. Beim nächsten Aufflammen der Krise im Sommer 2012 wiederholt sich dieser Effekt nicht.  Zuletzt entwickeln sich Krisen-Empfinden und Kanzlerinnen-Werte dann gegenläufig. Ein ähnliches Bild ergibt sich für die Zufriedenheit der Deutschen mit der Arbeit der Bundesregierung :

Euro Regierung

Bei ansteigender Krisen-Angst verliert die Bundesregierung Zustimmung. Wenn das Schlimmste überwunden scheint, legt die Regierung wieder dazu.

Sonntagsfrage Eurokrise

Doch in den Umfragewerten der Union schlägt sich dies kaum nieder. Sie blieben seit Anfang der Krise ziemlich konstant zwischen 34% und 37% bevor sie Ende 2012 auf ein Niveau um die 40% anstiegen. Fazit: Während sich die Krise zuspitzt, fallen die Werte von Regierung und Kanzlerin tendenziell. Nach Überschreitung des Krisen-Zeniths steigen sie wieder an.