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Asymmetrische Demobilisierung

Unionsinterne Bewegung bei der Homo-Ehe. Ankündigungen einer Mindestlohnregelung noch vor der Wahl. Ein Fracking-Gesetz, das vom Minister als „Moratorium“ verkauft wird. Es ist unübersehbar, dass die Bundeskanzlerin auch in diesem Wahlkampf wieder auf eine Strategie der asymmetrische Demobilisierung setzt. Statt die eigenen Anhänger durch programmatische Vorschläge zu begeistern, versucht sie, den Anhängern der Opposition die Gründe für einen Gang zur Wahlurne zu nehmen. Mit Erfolg? Das ist fraglich. Auf der einen Seite genießt Merkel wohl nicht zuletzt wegen ihres pragmatischen Kurses auch bei Wählerinnen von SPD und Grünen hohes Ansehen. Andererseits haben die starken Themen der Opposition eher an Bedeutung gewonnen (s.o.). Und die Zahl der WählerInnen, die definitiv nicht wählen wollen (14%) oder erklären, nicht zu wissen wen (13%), ist heute niedriger als vor vier Jahren (14%/16%).

Lektüretipp

Für Leseabende zwischen den Jahren sehr zu empfehlen: Sasha Issenberg’s „The Victory Lab – The Secret Science of Winning Campaigns“. Der Autor schildert die Entwicklung der US-Wahlkampfmethoden von den ersten Wahlumfragen bis zum Microtargeting unserer Zeit. Dabei geht es ihm immer wieder um den Wert, den empirische Daten und wissenschaftliche Methoden für den Wahlkampf haben. Er berichtet von großen und kleinen Wahlkampagnen, bei denen Innovationen den Unterschied zwischen Erfolg und Niederlage machten. Diese Themen hat Issenberg auch in seiner Berichtserstattung über den US-Wahlkampf 2012 wieder aufgegriffen. Diese spannende dreiteilige Artikelserie in der MIT Technology Review lässt sich daher als Fortsetzungskapitel von „The Victory Lab“ lesen: http://tinyurl.com/b8ajfog .