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Wofür stehen die Grünen?

Energiewende-Gipfel am Equal-Pay-Day: geht’s noch grüner? Kaum, wenn man sich anschaut, wofür die Grünen in den Augen der Öffentlichkeit nach einer Allensbach-Umfrage stehen. Die TOP 5:

1. Erneuerbare Energien fördern, 81%
2. Den Umweltschutz vorantreiben, 79%
3. Toleranz gegenüber anderen Kulturen, 68%
4. Gleichberechtigung von Frauen durchsetzen, 66%
5. Mindestlöhne, 61%

Strompreise und Umfragen

Peter Altmaiers Vorschlag zur Begrenzung der Strompreise – in der Sache nichts anderes als eine Ausbaubremse für Erneuerbare Energien – wurde von vielen als „cleveres Wahlkampfmanöver“ (Tagesspiegel) bewertet. Doch ist es aus Sicht der Union wirklich klug, die Energiepreise zum Wahlkampfthema zu machen?

Die Gegenansicht besagt: Wenn über Energie geredet wird, nützt das den Grünen. Selbst dann, wenn schlecht über grüne Energie geredet wird! Denn beim Thema Energie schreiben die Bürgerinnen inzwischen den Grünen die höchste Kompetenz zu – auch bei der Frage, wer am besten für bezahlbare Energie sorgen kann.

Wer hat Recht? Was sagen die Zahlen? Die folgende Grafik setzt die Intensität der öffentlichen Diskussion über Strompreise ins Verhältnis zu den grünen Umfragewerten. Beginnend Anfang 2011 wird für jede Kalenderwoche die Zahl der Berichte über Strompreise in der Pressedokumentation des Bundestages (blaue Säulengrafik) und der durchschnittliche Umfragewert der Grünen in den wöchentlichen Umfragen von Forsa, Emnid und INSA (grüne Kurve) gegenübergestellt.

 

Das Ergebnis: Unterm Strich scheinen die aktuellen Strompreisdebatten den Grünen eher zu nützen. Nach Fukushima stiegen die grünen Werte zwar vor allen wegen der Atomfrage. Unmittelbar nach der Erhöhung der EEG-Umlage auf 5,3 Cent/kWh im Oktober 2012 gewannen die Grünen innerhalb weniger Wochen von 12% auf 15% dazu. Und seit Beginn von Altmaiers Strompreis-Inszenierung legten die grünen Werte von unter 14% auf 16% zu. Vielleicht ein Indiz, dass sich das grüne Eintreten für faire Energiepreise und eine gerechte Finanzierung der Energiewende auszahlt.

Wahlanalyse Grüne

-          Partei mit Zukunft: Die Grünen sind die einzige Partei, die bei WählerInnen unter 45 Jahren überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt (17-18%, FGW).

-          Grüne Landliebe: Während die Grünen ihre besten Ergebnisse weiter in Universitätsstädten erzielen, holen sie die größten relativen Zuwächse auf dem Land.

-          Grüne Kompetenzen: Bei Energiepolitik (Grüne 33%, CDU 26%, FGW) und erstmals Landwirtschaftspolitik (Grüne 35%, CDU 34%, Infratest) liegen die Grünen vorne.

-          Grüne Demographie:  Grün wählen deutlich mehr Frauen als Männer (16%/12%), mehr Unter 60-Jährige als Senioren (18%/8%) und besonders WählerInnen mit Abitur oder Hochschulabschluss (20% bzw. 24%). 10% unter Arbeitern sind für Grüne ein beachtlicher Wert.

Zahl der Woche: 32%

Infratest/dimap fragte: Welcher Partei trauen Sie am ehesten zu, „für sichere und bezahlbare Energie zu sorgen“? 32% nannten die Grünen, 22% die SPD, 21% die Union.

Hohe Werte für die Grünen sind beim Thema Energie nichts Ungewöhnliches. Doch bei einer Fragestellung, die sich unmittelbar auf „bezahlbare Energie“ bezieht, ist diese deutliche Kompetenzzuschreibung doch eine Überraschung. Zumal die Republik gerade erst einen starken Anstieg der EEG-Umlage und eine scharfe Lobbykampagne gegen vermeintlich zu teure grüne Energie erlebt hat. Die grüne Strategie, über das Thema Industrieprivilegien eine gerechte Lastentragung in den Mittelpunkt der Debatte zu rücken, ist offenbar aufgegangen.

http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/ard-deutschlandtrend/2012/dezember/

Zahl der Woche: 31%

… der Befragten sprechen in einer Forsa-Umfrage den Grünen die Kompetenz zu, die Energiewende zum Erfolg zu führen. Das sind mehr als für alle anderen Parteien zusammen (Union 16%, SPD 9%). Die Grünen müssen also daran interessiert sein, die Energiewende zu einem zentralen Wahlkampfthema zu machen.