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Der Siegeszug der Homo-Ehe und das Dilemma der Konservativen

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Während der Supreme Court noch über die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen verhandelt, scheint der politische und kulturelle Kampf für die Homosexuellen-Ehe in den USA gewonnen. Das einstige Mobilisierungsthema der Konservativen (“god, guns & gays”), das noch 2004 maßgeblich zur Wiederwahl von George W. Bush beitrug, wird heute von den meisten Amerikanern als Bürgerrechtsfrage verstanden, bei der die Republikaner auf der falschen Seite der Geschichte stehen. Die Geschwindigkeit dieses gesellschaftlichen Wandels ist atemberaubend:

Pew Research

Auch in Deutschland steigt die Zustimmung zur völligen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe. Je nach Fragestellung sprechen sich Zweidrittel bis Dreiviertel der Bevölkerung dafür aus und von den unter-30-Jährigen noch deutlich mehr.

Die konservativen Parteien diesseits und jenseits des Atlantiks stellt das vor eine Zerreißprobe. Beharren sie auf ihrem traditionellen Familienbild, drohen sie den Anschluss an die Gesellschaft zu verlieren. Verändern sie sich, verprellen sie einen Teil ihrer treuesten Parteigänger. Denn während sich inzwischen sogar die Anhänger der Republikaner (49:48) und der CSU (52:40) überwiegend für gleiche Rechte homosexueller Paare aussprechen, dominiert unter Aktivisten und Funktionären weiter die Ablehnung. Und so hoffen manche Parteistrategen in Washington und Berlin auf ein richterliches Machtwort, das ihre Parteien zu der notwendigen Modernisierung zwingt, zu der sie aus eigener Kraft nicht fähig sind.