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INSA-Zahlen: Neuer Trend oder Ausreißer?

In einer an guten Nachrichten armen Zeit bietet die dienstägliche Veröffentlichung der neuen Wahlumfrage von INSA oft einen der wenigen Hoffnungsschimmer für bedrückte Anhänger eines rot-grünen Regierungswechsels. So auch heute wieder: Die neue INSA-Umfrage beschreibt ein enges Rennen zwischen Sozialdemokraten und Grünen mit zusammen 41% und Schwarz-Gelb mit 43%. Sie ist zugleich die einzige Umfrage, nach der eine rot-grüne Mehrheit näher liegt als die Wiederwahl von Schwarz-Gelb.

Die NSA-Zahlen hatten schon lange eine leichte Tendenz, die Union unterzubewerten. Betrachtet man den Countdown zur Bundestagswahl-Umfrageschnitt der letzten 10 Monate, lag der INSA-Wert für die Union im Mittel rund 1,3 Prozentpunkte darunter, der für Rot-Grün um 1,0 Prozent höher.  Mit der heutigen Umfrage geht die Schere aber noch viel weiter auseinander, wie die nachfolgende Tabelle zeigt. Sie vergleicht die neue INSA-Umfrage mit dem Umfrageschnitt der sechs übrigen großen Institute.

INSA Ausreißer

So markante Abweichungen vom Umfrageschnitt in der Regel auf einen statistischen Ausreißer hin. Oder wird die Wahl doch noch einmal enger und INSA hat den Trend nur als erstes erkannt? Wir dürfen auf die nächsten Umfragen gespannt sein…

Update 21.08.: Die neuen Umfragen von Allensbach und Forsa verschärfen die Ausnahmestellung von INSA noch.

Die geheimen Vorlieben der Meinungsforscher, Teil 2

Nein, der Countdown zur Bundestagswahl wechselt nicht ins Fach “Klatsch und Tratsch”. Es geht nur um ein Update zur Analyse über den bias der Meinungsumfragen, die aus der Methodik der einzelnen Umfrageinstitute folgende Tendenz der Institute für einzelne Parteien besonders gute oder schlechte Werte zu ermitteln. Hier also die durchschnittlichen Abweichungen der Institute vom Umfrageschnitt, auf der Grundlage der Zahlen von 30 Wochen Countdown zur Bundestagswahl:

Die negativen Forsa-Zahlen der SPD bleiben der mit Abstand stärkste erkennbare bias. Dafür schneidet die Linke bei Herrn Güllner auffällig gut ab. Die Emnid-Zahlen liegen am nächsten am Umfrageschnitt. Und die Grünen kommen bei keinem Institut ungewöhnlich gut weg, die FDP nirgendwo besonders schlecht.