Asymmetrische Demobilisierung

Unionsinterne Bewegung bei der Homo-Ehe. Ankündigungen einer Mindestlohnregelung noch vor der Wahl. Ein Fracking-Gesetz, das vom Minister als „Moratorium“ verkauft wird. Es ist unübersehbar, dass die Bundeskanzlerin auch in diesem Wahlkampf wieder auf eine Strategie der asymmetrische Demobilisierung setzt. Statt die eigenen Anhänger durch programmatische Vorschläge zu begeistern, versucht sie, den Anhängern der Opposition die Gründe für einen Gang zur Wahlurne zu nehmen. Mit Erfolg? Das ist fraglich. Auf der einen Seite genießt Merkel wohl nicht zuletzt wegen ihres pragmatischen Kurses auch bei Wählerinnen von SPD und Grünen hohes Ansehen. Andererseits haben die starken Themen der Opposition eher an Bedeutung gewonnen (s.o.). Und die Zahl der WählerInnen, die definitiv nicht wählen wollen (14%) oder erklären, nicht zu wissen wen (13%), ist heute niedriger als vor vier Jahren (14%/16%).