Die richtigen Worte für den Wahlkampf

“Sprechen Sie zuallererst über Werte!” empfiehlt der Sprach-Leitfaden der CDU für den Bundestagswahlkampf. Das ist ein guter Rat, nicht nur für “Wertkonservative”. Denn Werte beeinflussen Wähler in der Regel mehr als Sachargumente. Und politische Kommunikation ist nach Erkenntnissen der Neurolingusitik am wirkungsvollsten, wenn sie mit Sprachbildern Werte transportiert. Im Fall der CDU mag die Bezugnahme auf allgemeine Werte zudem auch helfen, das Fehlen klarer inhaltlicher Wahlaussagen zu kaschieren.

Neurowissenschaftlich fundiert ist auch der Rat, die politischen Schlagworte der Gegenseite zu vermeiden. Denn so wie die Aufforderung “Denken Sie nicht an einen Elefanten!” zwangsläufig das geistige Bild eines Dickhäuters hervorruft, würde etwa die Aussage “Das Betreuungsgeld ist keine Herdprämie” die Zweifel am emanzipatorischen Wert des Instruments eher vertiefen als ausräumen.

Der lesenswerte CDU-Leitfaden findet sich hier. Ein Klassiker zum Thema ist “Auf leisen Sohlen ins Gehirn. Politische Sprache und Ihre heimliche Macht” von Georg Lakoff und Elisabeth Wehling.