Was sagen uns die Landesumfragen zur Bundestagswahl?

Die letzten Wochen haben ein Dutzend neue Länder-Umfragen gebracht, bei denen auch nach der Wahlabsicht zur Bundestagswahl gefragt wurde. Den Infratest dimap Landes-Trend aus Baden-Württemberg, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland sowie Forsa-Umfragen aus Bayern und Berlin. Der jeweilige rot-grüne Stimmenanteil ist in den der folgenden Grafik darfgestellt.

Landesumfragen

Wie gut oder schlecht sehen diese Zahlen im Vergleich zu früheren Wahlergebnissen aus? Die nächste Grafik zeigt die Gewinne und Verluste gegenüber den Bundestagswahlen 2009 (grüner Balken) und 2002 (rot). Die gute Nachricht ist, dass Rot-Grün in allen Ländern deutlich über dem Ergebnis der verlorenen Bundestagswahl 2009 liegt. An die Stimmergebnisse der gewonnen Bundestagswahl 2002 kommen SPD und Grüne aber in keinem Land heran.

Landesumfragen Gewinne

Nun sähe ein rot-grüner Wahlerfolg 2013 sicher anders aus als 2002. Zum einen könnte aufgrund der weiteren Zersplitterung der Parteienlandschaft nach den aktuellen Umfragen schon ein Stimmanteil von nur 44,0% reichen, um Rot-Grün eine Mehrheit der Sitze zu verschaffen. Zum anderen sind Änderungen im regionalen Wahlverhalten zu berücksichtigen, wie sie bei der letzten Bundestagswahl deutlich wurden. Deshalb wird als dritter Vergleichswert ein rot-grünes Wahlsiegs-Szenario herangezogen (SPD 29%, Grüne 15%, Bund-Länder-Stimmverteilung wie 2009).

In diesem durch die violetten Balken dargestellten Szenario ergeben sich markante Unterschiede zum Wahlergebnis 2002. Brandenburg und das Saarland tragen erheblich weniger zum rot-grünen Gesamtergebnis bei als 2002. Dafür müsste Rot-Grün in Bayern trotz des geringeren bundesweiten Stimmanteils mehr Stimmen gewinnen als 2002.

Die abschließende Grafik zeigt, wie weit Rot-Grün in den einzelnen Ländern auf dem Weg von dem schlechten Wahlergebnis 2009 zu einem Sieg bei der Bundestagswahl 2013 gekommen ist. In NRW, Baden-Württemberg, Brandenburg und dem Saarland liegt Rot-Grün demnach zumindest in Reichweite der Ergebnisse, die für einen Wahlsieg nötig wären. In Bayern und vor allem in Berlin sind sie weit davon entfernt.

Aufholfaktoren

Der Unterschied lässt sich zum Teil mit den institutstypisch schlechten Abschneiden der SPD in Forsa-Umfragen erklären. Doch insbesondere das Berliner Ergebnis deutet auch auf gravierende regionale Schwierigkeiten der SPD bei der Wählermobilisierung hin.