Strompreise und Umfragen

Peter Altmaiers Vorschlag zur Begrenzung der Strompreise – in der Sache nichts anderes als eine Ausbaubremse für Erneuerbare Energien – wurde von vielen als „cleveres Wahlkampfmanöver“ (Tagesspiegel) bewertet. Doch ist es aus Sicht der Union wirklich klug, die Energiepreise zum Wahlkampfthema zu machen?

Die Gegenansicht besagt: Wenn über Energie geredet wird, nützt das den Grünen. Selbst dann, wenn schlecht über grüne Energie geredet wird! Denn beim Thema Energie schreiben die Bürgerinnen inzwischen den Grünen die höchste Kompetenz zu – auch bei der Frage, wer am besten für bezahlbare Energie sorgen kann.

Wer hat Recht? Was sagen die Zahlen? Die folgende Grafik setzt die Intensität der öffentlichen Diskussion über Strompreise ins Verhältnis zu den grünen Umfragewerten. Beginnend Anfang 2011 wird für jede Kalenderwoche die Zahl der Berichte über Strompreise in der Pressedokumentation des Bundestages (blaue Säulengrafik) und der durchschnittliche Umfragewert der Grünen in den wöchentlichen Umfragen von Forsa, Emnid und INSA (grüne Kurve) gegenübergestellt.

 

Das Ergebnis: Unterm Strich scheinen die aktuellen Strompreisdebatten den Grünen eher zu nützen. Nach Fukushima stiegen die grünen Werte zwar vor allen wegen der Atomfrage. Unmittelbar nach der Erhöhung der EEG-Umlage auf 5,3 Cent/kWh im Oktober 2012 gewannen die Grünen innerhalb weniger Wochen von 12% auf 15% dazu. Und seit Beginn von Altmaiers Strompreis-Inszenierung legten die grünen Werte von unter 14% auf 16% zu. Vielleicht ein Indiz, dass sich das grüne Eintreten für faire Energiepreise und eine gerechte Finanzierung der Energiewende auszahlt.