Neue Grüne: Peter Meiwald

Peter Meiwald, Jahrgang 1966, Sozialpädagoge, Platz 6 der Landesliste Niedersachsen

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Lieber Peter, mit Platz 6 hast Du das Ticket nach Berlin fast schon sicher, oder? Ja, ich bin ich optimistisch, im Spätherbst in Berlin mitarbeiten zu dürfen.

Was hast Du bisher politisch gemacht? Ich komme aus der katholischen Jugendarbeit und habe dort seit meiner Schulzeit entwicklungspolitische Bildungs- und Partnerschaftsarbeit gemacht. Danach habe ich mich lange auf die Kommunalpolitik konzentriert. Seit meine Kinder aus dem Gröbsten raus sind, haben sich meine Kreise langsam wieder weiter gezogen – z.B. im niedersächsischen Parteirat.

Du hast längere Zeit in Rwanda gelebt. Wie hat Dich die Zeit dort geprägt? Ich habe mein Anerkennungsjahr nach dem Studium 1991/92 in einem Straßenkinderzentrum in Rwanda gemacht – schon unter einigen Bürgerkriegseindrücken, aber knapp vor dem großen Genozid. Das hat schon sehr heftig geprägt. Die Kontakte nach Rwanda sind seitdem nie abgebrochen, ein wesentlicher Hintergrund für mein Engagement für globale Gerechtigkeit. Außerdem habe ich gelernt, viele Probleme hier mit einer gewissen kritischen Distanz betrachten zu können.

Welches Thema möchtest Du im Bundestag besonders voranbringen? Eine gelingende Energiewende, unbedingt! Die ist auch im globalen Kontext unerlässlich, da der Klimawandel die Menschen in vielen ärmeren Ländern viel brutaler treffen wird – und natürlich auch schon trifft – als uns hier. Und natürlich interessieren mich Sozial- und Ökostandards in internationalen Handelsbeziehungen ebenso wie in Südoldenburger Fleischfabriken.

Welchen Eindruck nimmst du von der BDK mit? Die BDK hat klar gemacht, wie die vielen grünen Projekte finanziert werden sollen. Ehrlich und sozial gerecht – und ohne einfach darauf zu vertrauen, dass weiteres Wachstum die Probleme schon lösen wird. Verbunden mit den erfolgreichen Änderungsanträgen zur Postwachstumsgesellschaft ist das eine mutige Ansage.

Was sind Deine persönlichen Top 3 unter den Schlüsselprojekten? “Wirtschaftswachstum ist nicht das Maß aller Dinge”, “Mindestlöhne einführen” und “Keine Rüstungsexporte zu Lasten von Menschenrechten”. Aber da fällt mir die Auswahl echt schwer. Es gibt so viel zu tun!

In Niedersachsen habt Ihr CDU und FDP schon in die Opposition geschickt. Was können wir von Niedersachsen lernen? Wir haben hier gerade bei den NichtwählerInnen gepunktet. Es lohnt sich, bis zum Wahltag um jede Stimme zu kämpfen und den Menschen ein personelles Angebot zu machen. Auch eine klare Orientierung auf Rot-Grün ist – trotz inhaltlicher Differenzen mit den Genossen – die richtige Entscheidung gewesen.