Neue Grüne: Janosch Dahmen

Janosch Dahmen, Jahrgang 1981, Chirurg, Platz 14 der Landesliste Nordrhein-Westfalen

janoschLieber Janosch, welches Thema möchtest Du im Bundestag voranbringen? Gesundheitspolitik, konkret – eine bessere Medizin mit mehr Prävention, menschlicher Zuwendung und echtem Kümmern. Ich will deshalb unter anderem bessere Arbeits-bedingungen für die Gesundheitsberufe, einen kritischeren Umgang mit der Pharmaindustrie und endlich eine substantielle Umgestaltung der Finanzierungssysteme.

Was hast Du bisher politisch gemacht? Ich bin für die GRÜNEN seit 8 Jahren Sprecher des Kreisverbandes Ennepe-Ruhr und Mitglied im Rat der Stadt Witten.

Du hast als Arzt einen sehr fordernden Job – war da überhaupt noch Zeit für Politik? Nein und Ja – in der Zeit in der ich nicht im OP oder der Notfallambulanz bin, sollte ich mich eigentlich ausruhen, erholen und die Füße hochlegen. Politik ist für mich aber auch eine Form des Energieaufladens. Oft stehe ich nachts im Krankenhaus und denke mir, dass viele meiner Patienten vor allem krank sind, weil die Verhältnisse, in denen sie leben, krank machen. Dann tut es gut morgens nach dem Dienst loszustürmen und dafür zu sorgen, dass sich was dreht.

Was hat Dich wann zu den Grünen geführt? Ich bin in einem alternativen Hausprojekt in Berlin-Kreuzberg groß geworden. 1998 war die Wende und der damit verbundene Aufbruch Berlins eine gefühlte Ewigkeit vorbei. Helmut Kohl hatte alles überlebt und die Zukunft schien träge, aussichtlos und unsozial zu sein. Die GRÜNEN in Kreuzberg waren nicht nur bunt, mutig und angriffslustig, sie schienen mir als jungem Mensch sich wirklich um die Zukunft zu kümmern.

Die Programm-BDK steht vor der Tür – Du hat einen Änderungsantrag zum Medikamentenzugang eingebracht. Worum geht es? Jedes Jahr sterben Millionen Menschen in ärmeren Ländern an behandelbaren Krankheiten, weil sie sich die lebensnotwendigen Medikamente nicht leisten können oder weil es keine wirksamen Arzneimittel gibt. Einer von mehreren Gründen hierfür ist die Preisgestaltung, die zahlreiche Präparate für viele Menschen insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern unerschwinglich macht. Hohe Preise werden zum Teil durch Monopolstellungen auf den Märkten und exklusive Lizenzierungsvereinbarungen verursacht. Das müssen wir ändern, hier stehen wir in der Verantwortung.

Reicht aus Deiner Sicht zum Regieren eine Stimme Mehrheit? Oder kann man es sogar mal als Minderheit versuchen? In NRW haben wir gute Erfahrungen wie man aus Minderheiten Mehrheiten macht. Aber auch auf Bundesebene habe wir in den letzten Jahren gezeigt, wie man aus der Opposition dafür sorgen kann, dass Politik zumindest grob in die richtige Richtung gelenkt wird – Beispiel Atomausstieg, Abschaffung Praxisgebühr oder Abkehr von der Kopfpauschale.

MdB sind auch Arbeitgeber – fühlst Du Dich darauf vorbereitet? Ich denke schon. Egal ob in der Kreisgeschäftsstelle oder im Krankenhaus, ich versuche immer ein fairer, verlässlicher und inspirierender Mitstreiter und Arbeitgeber zu sein. Ob Bundestag oder OP – die Herausforderungen sind groß, aber ich werde kommen um sie zu meistern.

Und welches Ergebnis brauchst Du für den Einzug in den Bundestag? 9-10% im Bund.

Das sollte doch zu schaffen sein! Viel Erfolg für den Wahlkampf!