Wie parteiisch sind die Umfrage-Institute?

Letzte Woche stand Forsa wieder einmal allein gegen alle. Während die anderen Umfrageinstitute Rot-Grün Werte zwischen 41% und 43% bescheinigten, vermeldete Forsa schockierende 38%. Auch sonst ist Forsa für auffallend niedrige SPD-Werte bekannt. Eine solche Tendenz zulasten oder zugunsten einer bestimmten Partei ist bei Umfrageinstituten nicht ungewöhnlich. Analysten wie Nate Silver vom bekannten Fivethirtyeight-Blog der New York Times berücksichtigen diesen “bias” bei der Gewichtung der Umfragezahlen.

In Deutschland hat das Phänomen bisher wenig Beachtung gefunden. Die von Countdown zur Bundestagswahl gesammelten Umfragezahlen seit Anfang November 2012 erlauben aber eine erste, vorsichtige Annäherung. Die folgende Tabelle berechnet für diese Zeitspanne die Abweichung der Umfragezahlen der verschiedenen Institute vom ungewichteten Umfrageschnitt. Das Umfrageinstitut mit den besten Zahlen für eine Partei ist dabei jeweils grün, das mit den schlechtesten rot markiert.

Es zeigt sich: Die negativen Forsa-Zahlen der SPD sind mit Abstand der stärkste erkennbare “bias”. Auch die relativ guten CDU-Werte bei der Forschungsgruppe Wahlen sind keine große Überraschung. Doch wer hätte gedacht, dass die CDU bei Allensbach am schlechtesten dasteht und die Grünen ausgerechnet von Herrn Güllner die besten Zahlen erhalten? Freilich ist der betrachtete Zeitraum relativ kurz, eine vertiefte Untersuchung ratsam. Fortsetzung folgt!