Neue Grüne: Andreas Otto

Andreas Otto, Jahrgang 1962, Elektroingenieur, Platz 4 der Landesliste Berlin

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Glückwunsch zur Wahl auf die Landesliste! Wie viel Wahlprozente brauchst Du am 22.09.? 18% in Berlin.

Hast Du auch direkt eine Chance? Ich habe 2006 und 2011 einen Wahlkreis in Prenzlauer Berg für das Abgeordnetenhaus gewonnen. Bei einem Superergebnis habe ich auch im Wahlkreis 76 (Pankow) eine Chance gegen Linke und SPD. Christian Ströbele hat es direkt nebenan dreimal vorgemacht.

Was hast Du bisher politisch gemacht? Und wie bist Du zu den Grünen gekommen? Ich habe die friedliche Revolution 1989 mitgemacht und bin dann wegen Umweltschutz und Demokratie in die Grüne Partei eingetreten. Ab 1990 war ich Bezirksparlament Prenzlauer Berg bzw. später Großbezirk Pankow. Als Fraktionsvorsitzender war ich Generalist – von Stadtentwicklung über Kultur bis Geschäftsordnung. Seit 2006 bin ich im Berliner Abgeordnetenhaus Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik. Aktuell außerdem Ausschussvorsitzender für Bauen, Wohnen und Verkehr. Große Erfahrungen habe ich in drei Jahren im Haushaltsausschuss gesammelt.

Welches inhaltliche Thema liegt Dir besonders am Herzen? Wohnungspolitik ist aktuell das große Thema in Berlin. Für mich unter dem Blickwinkel “sozial und ökologisch”. Bezahlbare Mieten, Neubau, energetische Sanierung. Als Baupolitiker und Haushälter interessiere ich mich sehr für Infrastrukturprojekte. Also sinnvolle Projekte voran, ansonsten Geld in die Instandhaltung der Verkehrswege. In Berlin verzichten wir gerne auf die Verlängerung der A 100.

 Wir alle stimmen im Juni über die grünen Schlüsselprojekte für die Bundestagswahl ab. Welche drei Projekte würdest Du in den Mittelpunkt stellen? Soziale und ökologische Wohnungspolitik. Klima retten. Gerechte Steuerpolitik.

Wie immer die Wahl ausgeht, es wird knapp werden. Was meinst Du: Reicht zur Not eine Stimme Mehrheit zum Regieren? Zur Not ja. Dazu müssen sich alle FraktionärInnen zu Beginn der Legislatur einmal in die Augen gucken und sagen – wir wollen.

Was denkst Du über die Parteiströmungen – notwendiges Übel oder anachronistischer Klüngel?
Wenn wir 20% und mehr Wählerstimmen erreichen wollen, dann sprechen wir verschiedene Zielgruppen an. Das spiegelt sich naturgemäß in einer Partei auch wider. Wenn die Strömungen dabei helfen, ist das gut. Wenn wir uns in ideologischen Kämpfen eher mit uns selbst beschäftigen, kann es aber schaden.

MdB sind auch Arbeitgeber – fühlst Du Dich darauf vorbereitet? Ich war über zehn Jahre Geschäftsführer der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. und habe entsprechende Erfahrungen. Natürlich auch aus dem Berliner Abgeordnetenhaus.