Archiv für den Monat: November 2012

Umfrageschnitt & Swing – 290 Tage zur Bundestagswahl

CDU/CSU    37,4 (-0,2)
SPD            28,3 (-0,3)
Grüne         14,6 (=)
FDP              4,1 (+0,1)
Linke            7,1 (+0,2)
Piraten         4,0 (=)

Im Wochenvergleich gibt es kaum Bewegung. Der Auftrieb der Grünen nach ihrer BDK und der Kür ihrer Spitzenkandidaten hat sich nicht weiter fortgesetzt. Die FDP kann sich zum ersten Mal seit Langem über ein kleines Plus und 5% in einer Umfrage (YouGov) freuen.

Der Swing:  +0,9% (Vorwoche: 0,9%)
Soviel müssten Grüne und SPD noch bis zur Wahl zulegen, um eine eigene Mehrheit zu erreichen.
Geht man entgegen der derzeitigen Umfragelage vom Wiedereinzug der FDP aus, fällt der benötigte Swing größer aus: 3,1% (3,0%).

Zahl der Woche: 5 Millionen

So viele Hausbesuche möchte die SPD laut einer Agenturmeldung im Wahlkampf durchführen.  Wo würde sich die Mühe aus rot-grüner Sicht am meisten lohnen? Ein Blick auf die Wahlbeteiligung in den Wahlkreisen mit den besten rot-grünen Zweitstimmenergebnissen gibt Aufschluss:

In den meisten dieser rot-grünen Hochburgen lag die Wahlbeteiligung deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 70,8%. Besonders die gelb markierten Wahlkreise im Ruhrgebiet und in Hamburg stechen heraus. Hätte die Wahlbeteiligung in diesen Wahlkreisen den Bundesschnitt erreicht, hätten SPD und Grüne erhebliche Stimmenzuwächse verbuchen können – in den 10 grün markierten Wahlkreisen zusammen rund 46.000 Stimmen. Das entspricht 0,1% aller bei der Wahl 2009 abgegebenen Zweitstimmen.

In den grün markierten Wahlkreisen sollte es sich für die SPD besonders lohnen, an die Haustüren zu klopfen. Allerdings leben dort auch über 3 Millionen Wahlberechtigte. Das zeigt die Chancen, aber auch die Grenzen des von der SPD angekündigten 5-Mio.-Türen-Programms auf.

Blick zurück: Umfrageschnitt 300 Tage vor der BTW 2005

Letzte Woche hatten wir festgestellt, dass die Wahlumfragen 300 Tage vor der Bundestagswahl 2009 dem Wahlergebnis schon sehr nahe kamen. Heißt das, dass die längerfristigen Wählerbindungen stärker sind als weithin angenommen? Oder handelt es sich nur um einen Zufallswert? Schauen wir uns 2005 an:

CDU/CSU 39,0 (Wahlergebnis: 35,2)
SPD 31,3 (34,2)
Grüne 11,2 (8,1)
FDP 8,0 (9,8)
Linke 5,6 (8,7)

Bei den Umfragewerten für die einzelnen Parteien zeigen sich erhebliche Abweichungen. Betrachtet man Schwarz-Gelb und Rot-Grün als Lager, waren die Umfragen 300 Tage vor der Wahl aber schon ziemlich hellsichtig: 47,0 zu 42,5 statt 45,0 zu 42,3. Auch die Koalitionsbildung (keine schwarz-gelbe Mehrheit) wurde von den frühen Umfragen richtig getroffen. Haben sich am Ende eines Wahlkampfs voll wilder Schwankungen in der Wählergunst und lautem Getöse um einen Professor aus Heidelberg doch nur Grundeinstellungen durchgesetzt, die schon ein knappes Jahr vor der Wahl feststanden?

Winning Obama Style

Nach der überraschend klaren Wiederwahl von Barack Obama werden immer mehr Details über die Mechanik seiner erfolgreichen Wahlkampagne bekannt. Auch wenn sich die Methoden einer 1-Mrd.-$ Kampagne in den USA nicht auf Deutschland übertragen lassen, ist doch spannend (und aus datenschutzrechtlicher Sicht erschreckend) zu sehen, was wahlkampftechnisch heute state of the art ist. Das Schlüsselwort: Microtargeting – die gezielte Ansprache von WählerInnen anhand statistisch und empirisch ermittelter Interessenprofile. Ein Artikel zum Einstieg: http://tinyurl.com/9rtjqqt.

Umfrageschnitt & Swing – 300 Tage zur Bundestagswahl

Umfrageschnitt (Veränderung zur Vorwoche):
CDU/CSU    38,4 (+0,5)
SPD            28,9 (-0,1)
Grüne         13,4 (=)
FDP              4,1 (+0,2)
Linke            6,7 (-0,2)
Piraten          4,3 (-0,1)

Der Swing:  +1,7%
Soviel müssten Grüne und SPD noch bis zur Wahl zulegen, um eine eigene Mehrheit zu erreichen.
Klingt machbar.

Zahl der Woche: 31%

… der Befragten sprechen in einer Forsa-Umfrage den Grünen die Kompetenz zu, die Energiewende zum Erfolg zu führen. Das sind mehr als für alle anderen Parteien zusammen (Union 16%, SPD 9%). Die Grünen müssen also daran interessiert sein, die Energiewende zu einem zentralen Wahlkampfthema zu machen.