Kategorie-Archiv: Umfrageschnitt

Dreißig Tage

Dreißig Tage vor der Bundestagswahl stehen Sozialdemokraten und Grüne in den Umfragen  jeweils einen Tick besser da als zum gleichen Zeitpunkt vor vier Jahren. Die Union ist deutlich stärker, die FDP dramatisch schwächer als 2009.

30-1  (Tabelle: Umfrageschnitt 30 Tage vor der Bundestagswahl)

Der deutliche Vorsprung von Schwarz-Gelb vor Rot-Grün vor der Wahl ähnelt der demoskopischen Ausgangslage dreißig Tage vor den letzten drei Bundestagswahlen. Dabei steht Schwarz-Gelb heute schwächer dar als 2002, 2005 oder 2009.

30-2 (Tabelle: Umfrageschnitt 30 Tage vor der Bundestagswahl)

Den Vorsprung, den die Umfragen 30 Tage vor der Wahl auswiesen, konnte Schwarz-Gelb bei den letzten Wahlen nicht bis zum Wahltag halten. 2002 und 2005 legte Rot-Grün in den letzten vier Wahlkampfwochen jeweils noch eine furiose Aufholjagd hin. Und im lustlosen Wahlkampf 2009 verloren beide Lager kurz vor der Wahl an Zustimmung. Ein ähnlicher Einbruch in diesem Jahr würde Schwarz-Gelb die Wiederwahl kosten.

30-3(Tabelle: Abstand zwischen dem Umfrageschnitt 30 Tage vor der Wahl und dem Wahlergebnis.)

INSA-Zahlen: Neuer Trend oder Ausreißer?

In einer an guten Nachrichten armen Zeit bietet die dienstägliche Veröffentlichung der neuen Wahlumfrage von INSA oft einen der wenigen Hoffnungsschimmer für bedrückte Anhänger eines rot-grünen Regierungswechsels. So auch heute wieder: Die neue INSA-Umfrage beschreibt ein enges Rennen zwischen Sozialdemokraten und Grünen mit zusammen 41% und Schwarz-Gelb mit 43%. Sie ist zugleich die einzige Umfrage, nach der eine rot-grüne Mehrheit näher liegt als die Wiederwahl von Schwarz-Gelb.

Die NSA-Zahlen hatten schon lange eine leichte Tendenz, die Union unterzubewerten. Betrachtet man den Countdown zur Bundestagswahl-Umfrageschnitt der letzten 10 Monate, lag der INSA-Wert für die Union im Mittel rund 1,3 Prozentpunkte darunter, der für Rot-Grün um 1,0 Prozent höher.  Mit der heutigen Umfrage geht die Schere aber noch viel weiter auseinander, wie die nachfolgende Tabelle zeigt. Sie vergleicht die neue INSA-Umfrage mit dem Umfrageschnitt der sechs übrigen großen Institute.

INSA Ausreißer

So markante Abweichungen vom Umfrageschnitt in der Regel auf einen statistischen Ausreißer hin. Oder wird die Wahl doch noch einmal enger und INSA hat den Trend nur als erstes erkannt? Wir dürfen auf die nächsten Umfragen gespannt sein…

Update 21.08.: Die neuen Umfragen von Allensbach und Forsa verschärfen die Ausnahmestellung von INSA noch.

Vierzig Tage zur Bundestagswahl

Vierzig Tage vor der Bundestagswahl steht die regierende schwarz-gelbe Koalition einer Wiederwahl deutlich näher als Rot-Grün dem erhofften Wahlsieg. Nach dem Durchschnitt der Umfrageinstitute fehlen Schwarz-Gelb dazu nur 0,1% der Stimmen. Sozialdemokraten und Grüne benötigt hingegen einen Wählerswing von 5,2% zu ihren Gunsten, um gemeinesam eine knappe Merheit zu erringen – genauso viel wie vor einem Monat.

Umfrageschnitt, 13.08.2013: Union 40,4, SPD 25,2, Grüne 13,4, FDP 5,2, Linke 7,1, Piraten 2,3, AfD 2,5.

Wie aussagekräftig sind diese Umfragewerte für die Wahl am 22. September? Ein Blick zurück auf die Umfrageergebnisse 40 Tage vor den Bundestagswahlen 2005 und 2009 zeigt, dass ganz unterschiedliche Szenarien denkbar bleiben.

2009 gab der Umfrageschnitt zu diesem Zeitpunkt schon einen ziemlich präzisen Ausblick auf den Ausgang der Bundestagswahl: Ein komfortabele schwarz-gelbe Mehrheit, die SPD auf Rekordtief, Grüne und LInke mit historischen Spitzenergebnissen. In den letzten sechs Wochen eines lustlosen Wahlkampfs verloren sowohl Schwarz-Gelb als auch Rot-Grün Stimmanteile. Der Umfrageschnitt im einzelnen: Union 36,4  (Wahlergebnis: 33,8), SPD 23,0 (23,0), FDP 14,3 (14,6), Grüne 12,2 (10,7), Linke 9,8 (11,9).

2005 liefert den Gegenentwurf. Auch vierzig Tage vor der Wahl gaben die Umfragen noch keinen Anlass zu Zweifeln am sicher geglaubten schwarz-gelben Wahlsieg. Die beiden Wunschkoalitionspartner kamen zusammen auf 51% der Stimmen, Rot-Grün lag abgeschlagen bei 35%. Es sollte anders kommen: In den letzten Wochen eines intensiven, polarisierenden Wahlkampfes verlor die konservativ-liberale Opposition kanpp 6%, während die Regierungsparteien über 7% zulegten: Union 43,7 (35,2), SPD 27,1 (34,2), FDP 7,2 (9,8), Grüne 8,0 (8,1), Linke 10,5 (8,7).

Freilich hatte die SPD 2005 den Kanzlerbonus, einen Spitzenkandidaten, der im direkten Vergleich besser abschnitt als seine Herausforderin, und ein breites Feld zur inhaltlichen Profilierung dank der übermütig vorgetragenen umwälzenden Steuerpläne von Schwarz-Gelb. Alles Vorteile, die ihr 2013 schmerzlich fehlen. Angesichts der in den letzten Wochen der Wahlkämpfe 2005 und 2009 gezeigten Mobilisierungsschwäche erscheint aber auch keine besondere schwarz-gelbe Siegeszuversicht angebracht.

 

170 Tage zur Bundestagswahl: Umfrageschnitt & Sitze

170 Tage vor der Bundestagswahl sieht der Umfrageschnitt fast identisch aus wie in der Vorwoche (Veränderungen im Klammern):

Union 39,8 (=), SPD 26,5 (-0,3), Grüne 14,8 (=), FDP 4,9 (=), Linke 7,3% (=), Piraten 2,9% (=).

Auf Grundlage dieser Zahlen erlaubt der nützliche grüne Mandatsrechner meines Kollegen Christian Brugger eine Prognose der Sitzverteilung im nächsten Bundestag: Union 275 (+38), SPD 183 (+37), Grüne 102 (+34), Linke 50 (-25).

Oder, mit der FDP über 5%: Union 264 (+27), SPD 175 (+29), Grüne 98 (+30), Linke 48 (-27), FDP 33 (-60).

Umfrageschnitt: 175 Tage zur Bundestagswahl

Am Ende des ersten Quartals 2013 sieht der ungewichtete Durchschnitt der Umfragewerte wie folgt aus (in Klammern: Vergleich zum Jahresbeginn):

Union 39,6 (+0,4)
SPD 26,6 (-2,4)
Grüne 14,8 (+1,5)
FDP 4,9 (+0,7)
Linke 7,3 (+0,1)
Piraten 2,9 (-0,5)

Merkel 59 (+7,5)
Steinbrück 27,5 (-10,0)

Die Trends der ersten drei Monate des Wahljahres: Starke Grüne. Eine schwache SPD mit einem Kanzlerkandidaten, der gegenüber der Kanzlerin an Boden verliert. Und eine FDP, die weiter mit der 5%-Hürde ringt.

Umfragedurchschnitt & Swing: 185 Tage zur Bundestagswahl

In Klammern der Vergleich zum Jahresbeginn:

CDU 39,9 (+0,7)
SPD 26,4 (-2,6)
Grüne 15,6 (+2,3)
Linke 6,9 (-0,3)
FDP 5,0 (+0,8)
Piraten 2,6 (-0,8)

Bisher sind die Grünen die klaren Gewinner des Wahljahres 2013. Auch die FDP kann sich freuen: Sie erreicht erstmals im Countdown zur Bundestagswahl die 5%-Hürde. Trotzdem würde Rot-Grün ein Swing von 2,7% (+0,3) zur eigenen Mehrheit reichen, weil auch FDP-Stimmen mitswingen. Nur müsste die SPD dazu langsam in den Wahlkampf-Modus schalten.

Umfrageschnitt – 205 Tage zur Bundestagswahl

Veränderung zur Vorwoche in Klammern:

CDU/CSU  40,1 (-0,3)
SPD          27,3 (-0,1)
Grüne      14,9 (=)
FDP            4,6 (=)
Linke          6,6 (+0,4)
Piraten       2,7 (=)

Die erste gute Woche des Jahres für die Linke mit steigenden Werten bei drei Umfrage-Instituten. Grüne und FDP verharren auf Countdown-Höchstständen.

Umfrageschnitt – 226 Tage zur Bundestagswahl

CDU/CSU    40,4 (-0,3)
SPD            27,6 (+0,5)
Grüne         14,4 (+0,3)
FDP              4,3 (-0,1)
Linke            6,4 (-0,2)
Piraten         3,0 (-0,1)

SPD und Grüne nutzen den Rückenwind aus der Niedersachsen-Wahl, während die FDP schon wieder etwas abgibt. Linke und Piraten fallen auf neue Countdown-Tiefststände. Vielleicht eine Folge der Bestätigung von Rot-Grün als realistischer Regierungsoption durch die Niedersachsen-Wahl?

Umfrageschnitt & Swing – 256 Tage zur Bundestagswahl

Der Swing:  2,9% (Vorwoche: 2,4%)
Soviel müssten Grüne und SPD bis zur Wahl zulegen, um eine eigene Mehrheit zu erreichen. Dazu würde bei Nichteinzug von FDP und Piraten in den Bundestag ein gemeinsames Ergebnis von 44,9% ausreichen. Geht man entgegen der derzeitigen Umfragelage vom Wiedereinzug der FDP aus, fällt der benötigte Swing mit 4,9% erheblich größer aus.

Umfrageschnitt (Veränderung gegenüber Jahresbeginn):
CDU/CSU    39,9 (+0,7)
SPD            28,3 (-0,7)
Grüne         13,7 (+0,4)
FDP              3,8 (-0,4)
Linke             7,4 (=)
Piraten          3,7 (=)

Die Union steigt weiter. SPD, FDP und Piraten erreichen jeweils den tiefsten Stand, den sie beim Countdown zu Bundestagswahl je hatten.